10 Fragen – 20 Wörter

britta sabbag

(c) Jurate Jablonskyte

an und von Britta Sabbag

  1. In deinen Büchern findet sich viel Autobiografisches, z.B. in deinem ersten Roman Pinguinwetter, in dem die Protagonistin Charlotte (die wir im Buch Pandablues übrigens wieder treffen) gefeuert wird. Wie viel von dir steckt wirklich in deinen Büchern? Oder bist du gar Charlotte?

    In meinen Geschichten steckt immer ein bisschen von mir, aber verstreut in allen Figuren, und dann wiederum auch nicht, denn die Figuren entwickeln schnell ihr Eigenleben. Ich glaube, wenn man nur über sich selbst schreibt, reicht es nur für ein Buch (wenn überhaupt, und es wäre sicher nicht besonders spannend ;-) 

  2. Wir verfolgen deine Facebook-Statusmeldungen mit größtem Amusement. Kann man das wirklich alles erleben oder hilft da die Phantasie manchmal nach?

    Ach, ich erlebe ja gar nicht so viel Besonderes. Höchstwahrscheinlich erleben die meisten dasselbe, aber haben gerade keinen Sinn für die besonderen Situationen, weil man im Alltag den „Tunnelblick“ hat. Ich bin aus beruflichen Gründen ein professioneller Beobachter – da fällt es mir sicher leichter, besondere Situationen zu erkennen. Alles was ich auf FB schreibe, ist wahr (und ich poste nur 10% davon)  

  3. Wie bist du eigentlich zum Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern gekommen? Das ist ja doch eine ganz andere Baustelle …

    Das frage ich mich auch! Ehrlich gesagt war das nie mein Plan. Aber die Geschichten kommen zu mir, ich suche sie nicht. Und als die Kleine Hummel Bommel zu mir kam, war es klar, dass es ein Kinderbuch sein musste. So einfach war das! :-)  Und die Jugendbücher entstanden, weil ein Verlag mich angefragt hatte. Ich wollte das vorgegebene Genre aber nicht bedienen, und so habe ich aus meinen Erlebnissen mit einer Band geschöpft, mit der ich mal einen Sommer verbracht habe, als ich 15 war. Es fügt sich einfach meistens. 

  4. Du hast mit Maite Kelly zwei Bücher über die Hummel Bommel geschrieben, wie ist es dazu gekommen?

    Wir haben uns bei einem Filmprojekt kennen gelernt und die Chemie stimmte. Ein Jahr später rief sie mich an, und ich erzählte ihr von der Idee zur Hummel Bommel. Und so kam es dann, dass wir auch zusammen die Songs zu den Büchern schrieben.  

  5. Gemeinsam habt ihr sogar zwei Lieder geschrieben, wie war das für dich? Hast du einen Draht zur Musik oder war das eher learning by doing?

    Am Anfang war ich ganz erschrocken, als Maite mich dazu genötigt hat. :-) Denn mein einziges musikalisches Erlebnis war ein Rauswurf aus dem Flötenkurs mit 8 Jahren (die Lehrerin meinte, es sei sinnlos, egal, was sie tun würde) Aber dann ging es extrem schnell, und im Grunde war es deswegen so einfach, weil Songschreiben auch nur die kurze Form es Geschichtenerzählens ist. Und das kann ich. :-)  Mittlerweile habe ich schon so einige Songs geschrieben, sogar Schlager. Es macht Spaß, weil das Ergebnis soviel schneller da ist als beim Buch. 

  6. Hast du einen Autor / eine Autorin, der / die dich inspiriert hat und wenn ja, wer ist es?

    Eigentlich ist es nicht eine Person. Sondern die Geschichten selbst. Aber wer mich für mein ganzes Leben geprägt hat, war sicherlich Astrid Lindgren. Ihr habe ich viele Mutportionen zu verdanken, die ich später immer wieder gebraucht habe. Es wäre ein Traum, wenn Kinder das später auch mal über die Hummel Bommel oder andere Geschichten von mir sagen würden. 

  7. Du hältst auch Schreibseminare ab. Wenn du uns und allen anderen, die gerne ein Buch schreiben würde, einen einzigen Tipp geben könntest, welcher wäre das und warum?

    Hört nicht auf die anderen. (Warum? Weil alle immer sagen: das und das ist unmöglich! Stimmt aber gar nicht ;-) 

  8. Du sagst, du bist es wegen deiner Geschwister gewohnt, um deine Nahrung zu kämpfen und beschriftest Joghurts u. ä. auch heimlich mit Edding… vergreifst du dich aber selber auch manchmal am Essen anderer?

    Haha! Nein (obwohl mein Freund da eine andere Version zu seinen Pommes erzählen würde) Ich glaube, dieses Trauma ist langsam geheilt. 

  9. Was genau machst du mit Menschen, die mitten in der Fußgängerzone stehen bleiben? Blubbb bittet um Insbbbiration!

    Am liebsten würde ich laut brüllen, aber meine Erziehung verbietet mir das. Ich gehe höflich weiter (und bleibe dann einen Meter weiter vor ihnen stehen) 

  10. Und wie war das mit dem Weinhändler, den du ehelichen möchtest, damit du deinen Bedarf beim Schreiben abdecken kannst?

    Daraus wird nichts mehr, mein Partner ist kein Weinhändler, auch kein Winzer. Aber auf den Buchmessen wird der Bedarf dann immer für das ganze Jahr gedeckt ;-)

 

Britta Sabbag

Britta Sabbag wurde in Osnabrück geboren und studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität Bonn. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitete sie sechs Jahre als Personalerin in verschiedenen Firmen. Als die Krise 2009 zuschlug, nutzte sie die Chance, um das zu tun, was sie schon immer tun wollte: schreiben.

Ihr erster Roman „Pinguinwetter“ wurde nicht nur 2012 auf Anhieb zum Spiegel-Bestseller, sondern später auch erfolgreich für die Theaterbühne adaptiert und auf 4 Bühnen gespielt. Weitere Romane (zB „Pandablues“ und „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“) folgten. Seit 2014 schreibt Britta Sabbag auch Jugendbücher, die teilweise autobiografische Züge enthalten (zB „Stolperherz“, „Herzriss“). Ihr Kinderbuch-Debüt „Die kleine Hummel Bommel“, das sie zusammen mit Sängerin Maite Kelly herausbrachte, erreichte Platz 1 der Spiegelbestseller-Liste und hielt sich monatelang in den Top 3.Für die Fortsetzung „Die kleine Hummel Bommel sucht das Glück“ habenBritta und Maite gemeinsam zwei neue Lieder geschrieben.

Nebenbei leitet Britta Sabbag erfolgreich Schreibseminare in den eigenen PLOT BOX Kursen. Ihre zweite Leidenschaft gilt dem Film – verschiedene Drehbücher befinden sich zurzeit in Entwicklung.

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