Wiener Schlampengeschichten

Ein absolutes Muss!

„Wiener Schlampengeschichten“ – klingt interessant, fand ich. Also begann ich zu lesen und habe es einfach nicht geschafft, dieses Buch aus der Hand zu geben. Da saß ich also, unaufhörlich lesend, mal schmunzelnd, mal die Augen aufreißend, mal grinsend.

Zunächst mag ich lorelays Art zu schreiben — kurz, prägnant und doch wortgewandt. Nicht zu vergessen die immer wieder eingestreuten Wortspielereien (Devot!— de…what?) und die bildlichen und blumigen Beschreibungen, gespickt mit ein paar Bösartigkeiten, aber nur ganz kleinen — kurz gesagt: einfach genial.

Man muss natürlich dazu sagen, dass es eindeutig Wiener Humor — der berühmte Wiener Schmäh — ist, aber gerade das macht dieses Buch zu einem Original. Zudem ist diese Art von Humor durchaus auch für Nicht-Wiener oder Nicht-Österreicher zugänglich, auch wenn einige Ausdrücke für eben diese nicht oder nicht leicht verständlich sein werden. Aber es gibt ja schon, wenn ich mich nicht täusche, Wörterbücher, die diese Sprachbarrieren aus dem Weg räumen. Und das hat den netten Nebeneffekt, dass man noch einiges dazu lernen kann, wenn man dieses Buch liest. Auch als Wienerin.

Apropos dazu lernen. Diese Thematik — der Alltag von vier Callgirls in Wien — scheint auf den ersten Blick nicht für jeden geeignet zu sein. Weit gefehlt! Gerade für jemanden — wie auch mich — der mit dieser Thematik nicht viel anfangen kann, bieten die Wiener Schlampengeschichten“ einen interessanten, selbstironischen, witzigen und unterhaltsamen Einblick in die Szene und räumen —vollkommen unoberlehrerhaft — mit gängigen und bekannten Vorurteilen und Klischees auf.

Es geht also um vier intelligente Frauen, die durchaus das Zeug haben, einem anderen Beruf nachzugehen und sich trotzdem dazu entschieden haben, als Callgirls zu arbeiten. Sie schildern ihren Alltag —nicht nur den beruflichen, auch den privaten — in einer Art Tagebuch und zeigen dabei neue Seiten dieses Berufs, die ich beispielsweise nicht gekannt habe. So lernt man von Mizzi, Alissa, Donna und Betti, dass der psychologische Aspekt nicht außer Acht gelassen werden darf — manchmal treffen sie nun einmal auf Kunden, die nur jemanden zum Reden suchen oder vielleicht sogar getröstet werden wollen. Da ist eine gute Portion Empathie absolut notwendig.
Überhaupt: Gefühle sind ihnen nicht fremd. Bei manchen Geschichten kommt sogar ein wenig Sentimentalität auf. Wenn Betti beispielsweise feststellt, dass ihr neuer Kunde eigentlich ein Traummann ist. Oder Donna einfach glücklich verliebt ist. Und eine ganz Süße völlig unerwartet Mizzis Herz erobert und ebenso schnell zerbricht. Vielleicht die wichtigste Message von lorelay: auch Callgirls sind einfach nur Menschen wie du und ich. Warum auch nicht?

(Quelle: amazon.de)

LawlessReader

Intimer und authentischer Einblick in die Wiener Callgirlszene

Das Allerwichtigste zuerst: Schon lange nicht mehr so gelacht und mich so amüsiert mit einem Buch!
Das dieser unglaublich intime Einblick in die Wiener Schlampenszene so authentisch ist, liegt daran, dass er von einer klugen Frau mit Empathie und einer ganz und gar großartigen sprachlichen Begabung geschrieben wurde. Und über Sex schreiben ist keine leichte Fingerübung.
Lorelay gelingt sie mit Leichtigkeit!
Welche der vier Protagonistinnen man am Schluss am liebsten mag, Mitzi, Alissa, Donna oder Betti lässt sich schwer sagen. Sie lassen sich in kein Klischee pressen uns machen ihren Job vor allem aus einem Grund — Spaß an der Arbeit!

Wer sich bei den „Wiener Schlampengeschichten“ eine Wichsvorlage erwartet, ist hier falsch.
Wer über die Wiener Callgirls lesen, lachen und lernen will, den erwartet ein großer Schatz.
Ich bin begeistert. Lorelay ist eine großartige Erzählerin!

 

Quelle: amazon,de

Sonja SüsswasserReader

Immer wieder gut!

Die Wiener Schlampengeschichten sind auch nach dem dritten Mal Lesen noch eine köstliche Lektüre. Nach ein paar Seiten hat man sich wieder an die nette unorthodoxe Sprache gewöhnt, die irgendwo zwischen Wienerisch und Hochdeutsch pendelt und manchmal so lautmalerisch ist, dass das Lesen sich anfühlt wie ein Bugs-Bunny-Film.

In den Geschichten geht es um die Widrigkeiten des Lebens — wenn man ein bisschen tollpatschig, selbstbewusst, Callgirl, intelligent und lebenslustig ist.Und erotisch vielseitig interessiert.Sex kommt in dem Buch an allen Ecken und Enden vor, aber er wird meist recht humoristisch abgehandelt, obwohl es manchmal doch ziemlich prickelt…
Genau das richtige Buch für zwei oder drei Sommernachmittage im Café Havelka, oder zu jeder beliebigen anderen Gelegenheit…

Quelle: amazon.de

Susa B.Reader

Amüsanter Tiefgang im horizontalen Gewerbe …

… man(n) versinkt gleichsam als Voyeur mit den vier grundverschiedenen Protagonistinnen in den schwellenden Kissen der Lust und dem, was da sonst noch so schwillt, denn gleich vier Ladies der käuflichen Lust erzählen einem auf kurzweilige Weise, was sie so alles erlebt haben – und da blieb ihnen (und auch dem Leser) nichts Menschliches fremd: Eigenarten der Gäste, der Stammkunden, liebe, nette, regelmäßige Besucher, solche mit angenehmen oder unangenehmen Eigen- oder Unarten, mit besonderen Fetischen und Vorlieben, dazwischen immer wieder mal die Tücken des Alltags: Massig Geld verdienen, aber nicht mehr dazu kommen, den defekten Boiler reparieren zu lassen, weshalb frau unausgeschlafen unter die eiskalte Brause muss, um „die Hufe zu schwingen“ zu einem Auswärtstermin, Ärger mit Spießern, Polizisten, Konkurrentinnen, die schnelle, heiße Nummer irgendwo halb in der Öffentlichkeit, „Dienstreisen“ nach Amsterdam und vieles mehr … Es wird einem nicht langweilig auf den vielen Seiten des Buches, das wirklich jeden Cent seines Preises wert ist und nebenbei noch mit dem Klischee aufräumt, im horizontalen Gewerbe müsste es unbedingt mies, eklig und kriminell zugehen. Negativen Kritikern des Buches empfehle ich die Buchung eines schönen Rollenspiels: Fehlerhafter, angestellter Lohnschreiber beim „Mitarbeitergespräch“ mit der strengen, rohrstockschwingenden Chefin 🙂
 
Quelle: amazon.de
Leonidas_StrategosReader

Neumeiers Fall

Unbedingt lesen!

Leonie, die Protagonistin, ist ungewöhnlich, chaotisch und neugierig. Natürlich reichen die drei Worte nicht aus, um sie ausreichend zu beschreiben. Aber sie sind die ersten, die mir eingefallen sind, als ich Leonie beim Lesen des Buches kennen gelernt habe. Sie ist mit Sicherheit kein perfekter Mensch; im Gegenteil, sie hat wohl ziemlich viele Fehler, welche die Autorin auch nicht verschweigt, ganz im Gegenteil. Aber genau das macht Leonie für mich so sympathisch ‚ sie ist eine Antiheldin, aber nur auf den ersten Blick. Recht bald habe ich erkannt, dass sehr viel mehr in ihr steckt, als es zuerst den Anschein hat. Ich musste sie einfach ins Herz schließen. Und habe natürlich mit gefiebert bei ihrer Suche nach dem Mörder vom alten Neumeier.
Die Autorin hat es nicht nur mit ihrer Protagonistin geschafft mich zu fesseln. Alle Personen im Buch sind einzigartig, interessant und wie aus dem Leben gegriffen. Sie sind menschlich. Ihnen passieren furchtbare Dinge, aber auch lustige und manchmal meinte ich, mich in dieser oder jener Person wieder erkennen zu können.
Das Buch handelt von einem Mord und der Suche nach dem Mörder. Nichts Außergewöhnliches. Aber Lisa Fox hat ein sensationelles Gespür für Humor und nimmt alles und jeden auf die Schaufel. Trotzdem kommen andere menschliche Gefühle wie Liebe, Eifersucht, Trauer nicht zu kurz. Das in Kombination mit einem spannenden Kriminalfall macht das Buch für mich zu einem der besten Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe.
Fazit: Dieses Buch ist anders. Einzigartig. Sie sollten es unbedingt lesen!

(Quelle: amazon.de)

LesemausReader